Lederhosen

Man kennt die Lederhose, gerade als Teil der bayerischen Gebirgstracht, in zwei Ausführungen: kurz oder als Kniebundhose. Beide Formen haben gesellschaftlich betrachtet eine ganz bestimmte Funktion. Die kurze Lederhose trug man gewöhnlich zur Jagd und bei der Arbeit, während man die Kniebundhose hauptsächlich bei festlichen Anlässen und an Feiertagen anzog. Neben dem Material Leder sind auch spezielle Bestickungen ganz kennzeichnend für diese Tracht.

 

Ganz besondere „Eigenarten“

Der Hosenlatz oder auch Hosentürl geht angeblich auf die sogenannte Schamkapsel zurück, ein gängiges Teil der Männerbekleidung in Europa zwischen 1400 und 1550. Auf der rechten Seite der Lederhose ist in der Regel die Messertasche, in der man(n) den Nicker, das Jagdmesser, trägt. Ein Kennzeichen für die Herkunft der Kniebundhose ist die etwas derb bezeichnete „Arschnaht“. Je nach Region verläuft sie entweder tellerartig über dem Gesäß (das gilt für Tirol, Ostbayern, den Salzburger Raum und Oberösterreich) oder senkrecht (in Kärnten, im Allgäu oder in der Steiermark). Bei kurzen Lederhosen findet man die Tellernaht eher selten.

 

Was zur Hose dazugehört

Damit die Lederhose nicht rutscht, trägt man sie meistens mit Hosenträgern aus Leder, die einen vorderen Querriegel und bisweilen auch einen V-förmigen Mitteleinsatz haben. Im Südtiroler Raum findet man auch Träger aus Stoff. Geht man weiter nach unten, so findet man bei der kurzen Lederhose die Loferl, zweigeteilte Strümpfe aus einem Waden- und Fußteil, sowie die Haferlschuhe. Zur Kniebundhose passen am besten Kniebundhosenstrümpfe. Diese werden bis über das Knie gezogen und dann umgeschlagen, bevor man die Hose anzieht, die verhindert, dass der Strumpf nach unten rutscht.

 

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